Junge Stimmen aus Europa

Dominika Dulek, 22, Studentin der Verwaltungswissenschaft in Gdańśk und Mitglied der Sozialistischen Jugend Polens
„Als Sozialistin glaube ich, dass es wahre Demokratie nur mit sozialer Gerechtigkeit, politischer Freiheit und Gleichheit geben kann. Diese Werte sind universell für alle Menschen und unsere grundlegenden Ziele für den Aufbau eines sozialen Europa.
Die Europäische Linke steht für alle Europäer unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität oder sexueller Orientierung. Wir wollen eine starke Europäische Union, die auf Demokratie und soziale Gerechtigkeit setzt und mehr ist als eine Freihandelszone.
Wir sehen als junge polnische Sozialistinnen und Sozialisten in der deutschen LINKEN eine wichtige Verbündete, um zusammen ein besseres Europa zu verwirklichen.“

Jussi Saramo, 29, Vorsitzender der Linksjugend in Finnland
“Einer unserer Schwerpunkte als finnische Linksjugend ist der Kampf gegen den Krieg. Wir wollen die Verwendung öffentlicher Gelder für den Wohlstand, nicht für Waffen. Die anderen Parteien wollen, dass Finnland Mitglied der NATO wird. Wir aber halten die NATO nicht für ein Verteidigungsbündnis, sondern für ein Instrument, um politisches und wirtschaftliches Ungleichgewicht in der Welt durchzusetzen.
Als Finne sehe ich in der Europäischen Linken ein wichtiges politisches Projekt, um eine soziale und ökologische Alternative zum kranken kapitalistischen System durchzusetzen. Jetzt wird das Europäische Parlament gewählt. Den Kandidaten des Jugendverbandes der deutschen LINKEN kenne ich schon viele Jahre, auch aus dem gemeinsamen Kampf gegen die NATO. Ich drücke am 7. Juni die Daumen.”

Anne-Catherine Legendre, 26, arbeitet als pädagogische Assistentin in einer Schule im Pariser Vorort Argenteuil und ist Aktivistin des Front de Gauche in Frankreich
“Mir persönlich geht es um den Kampf gegen die Armut in der Gesellschaft und ganz besonders die schlechten Arbeitsbedingungen der Jugend.
Es wird immer komplizierter, in Europa ein würdiges Leben zu führen. Ich zum Beispiel lebe in einem Vorort von Paris, gehe arbeiten und bin Studentin und kann es mir nicht leisten, unabhängig zu leben und zu wohnen. So kann es nicht weiter gehen! Mir reicht es, für die Krise zu bezahlen! Wir brauchen in Europa Mindestlöhne, die es ermöglichen, zumindest eine Wohnung zu mieten und ein normales Leben zu führen.
Meiner Meinung nach kann das nur eine starke Europäische Linke ermöglichen, deshalb hoffe ich auf viele Stimmen für die deutsche LINKE am 7. Juni.”
![reinholduhlmann_small1 Reinhold Uhlmann, 21, studiert an der Uni Greifswald Politikwissenschaft und Wirtschaft und ist im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern von Linksjugend ['solid] aktiv](http://www.saschawagener.de/wp-content/uploads/2009/05/reinholduhlmann_small1.jpg)
Reinhold Uhlmann, 21, studiert an der Uni Greifswald Politikwissenschaft und Wirtschaft und ist im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern von Linksjugend ['solid] aktiv
„Die vom Menschen geschaffenen Umweltprobleme bedrohen zukünftige Generationen und ganze Völker. Wir brauchen eine Gesellschaft, die sich an den wirklichen Bedürfnissen aller Menschen orientiert und von ungebremstem Wirtschaftswachstum Abstand nimmt.
Schon jetzt müssen höhere Umweltstandards und regenerative Energien stärker vorangetrieben werden. Deshalb bin ich gegen den Bau des in der Nähe von Greifswald geplanten Steinkohlekraftwerks, welches Klima und Umwelt negativ beeinträchtigen würde.
In der Verkehrspolitik brauchen wir mehr umweltfreundliche Verkehrsmittel wie die Bahn. Die Wirtschaftskrise ist auch eine Krise von Energie und Klima.“

Johannes Willm, 28, ist Anthropologe in Oslo, aktiv in der norwegischen Linken und arbeitet derzeit für das nicaraguanische Landwirtschaftsministerium in Managua
„Ohne Vorschriften und Regelungen gehen auch europäische Konzerne in der dritten Welt skrupellos vor. Ein gutes Beispiel dafür ist Bayer. Allein hier in Nicaragua verseuchen weite Teile des Landes jährlich wegen der Spritzmittel die in Europa zwar nicht mehr benutzt werden, aber die sie immer noch hierher exportieren dürfen. So lange es alles nach dem Profitprinzip gehen soll, wird sich auch daran nicht viel ändern.
Wenn am 7. Juni eine starke LINKE ins Europaparlament gewählt wird, dann gibt es jedenfalls eine Gruppe die weitsichtiger mit solchen Problemen umgehen wird. Und das ist wichtig, denn alle miteinander haben wir ja nur einen Planeten, und den gilt es zu schützen.“

Fabienne Lentz, 30, promoviert an der Universität in Luxemburg zu Geschichte und Migration und ist Europakandidatin der Luxemburger Linkspartei
„Die Finanzkrise kommt nicht nur aus den Vereinigten Staaten, die in der EU betriebene Politik hat auch dazu beigetragen.
Wir Linken in Luxemburg halten die von den Regierungen angekündigten Regulierungen für unzureichend, wir wollen antikapitalistische Strukturreformen, um die zur Zeit wachsenden Ungleichheiten zu unterbinden. Die Auswirkungen der Krise sind jetzt schon spürbar und werden sich verstärken. Ich setze mich für eine Gesellschaft ein, in der das Wohlbefinden der Menschen im Mittelpunkt steht.
Gemeinsam mit der Europäischen Linken werden Forderungen für soziale Gerechtigkeit europaweit hörbar und in dem Sinne wünsche ich auch der deutschen LINKEN den größten Erfolg bei den Wahlen am 7. Juni.“

Felix Pithan, 23, Physikstudent aus Bremen kandidiert für das Europäische Parlament auf Platz 20 der LINKEN Liste
„Mit dem europaweiten Bolognaprozess wurde mein Studiengang auf einen Bachelor-Abschluss umgestellt. Fast zwei Drittel der Leute, die mit mir angefangen haben, haben den extremen Lern- und Prüfungsdruck nicht ausgehalten und ihr Studium abgebrochen. Nach dem Bachelor müssen die meisten in eine andere Stadt wechseln, weil es hier keinen folgenden Master gibt. Die für einen Masterstudiengang nötigen ProfessorInnen sind inzwischen weggekürzt worden.
Deshalb streite ich für eine andere Bildung, die für alle da ist. - bei den Europawahlen und beim Bildungsstreik im Juni.“